Bauhaus tanzen. I 18.04.2014 I 17- 21 Uhr I Uferstudios

Bauhaus tanzen © Andrea Keiz
>Bauhaus tanzen  © Andrea Keiz

„Bauhaustänze“ nannte Oskar Schlemmer die Bewegungs- und Bühnenstudien, die er in den Zwanzigerjahren als Leiter der Bühnenwerkstatt des Bauhauses Dessau gemeinsam mit Studierenden und gastierenden Tänzern erarbeitete. Diese minimalistisch-clipartigen Versuchsanordnungen manifestieren einen heute weitgehend vergessenen Ansatz einer raumorientierten Bewegungskunst, jenseits von Ballett und Ausdruckstanz. Studierende des HZT Berlin und Szenografen der TU Berlin sowie Tänzer vom Anhaltischen Theater Dessau haben die „Bauhaustänze“ unter der künstlerischen Leitung von Ingo Reulecke choreographisch und szenografisch neu interpretiert. Auf dem Hof der Uferstudios und in den Studios werden von 17-21 Uhr Performances, Kurzfilme und Installationen zu sehen sein. 


Programm

Hof I 17-21 Uhr
„Über Beziehungen“ Katrin Fürst, Rosalind Goldberg, Anne-Mareike Hess

Hof I 18-20 Uhr
„Kugel Theater“ Cécile Bally 

Seminarraum 2 I 17-21 Uhr
„Paper-traced“ Polyxeni Angelidou

Studio 11 I 17 Uhr & 19:30 Uhr
„Bis man den Menschen trifft" Karina Suárez Bosche
„DIVISION" Steffi Sembdner, Katja Pudor, Jens Nordmann
„Aufgaben für drei Tänzer mit Kubus“ Cheng-Ting Chen, Juan Gabriel Harcha, Cristina Lelli

Studio 14 I 17 Uhr: BLOCK I
„Stäbe tanzen" Raphael Hillebrand 
„kobolding the bauhaus“ Juan Pablo Lastras-Sanchez

Studio 14 I 19:30 Uhr: BLOCK II
„Das Feld“ Julian Weber
„Das Triadische Schloss“ Matteo Marziano Graziano


Tickets:

Mit einem Ticket für Studio 14 können auch die Veranstaltungen im Seminarraum 2 und im Studio 11 besucht werden; mit einem Ticket für Studio 14 Block I vorzugsweise die Veranstaltungen um 19:30 Uhr im Studio 11, mit einem Ticket für Studio 14 - Block II vorzugsweise die Veranstaltungen um 17 Uhr im Studio 11
Möchten Sie nur die Veranstaltungen im Studio 11 und/oder im Seminarraum 2 besuchen, brauchen Sie trotzdem ein Ticket.
Für die Veranstaltungen im Hof ist der Eintritt frei.

Eintritt: Block I und II, je 4 € (Einheitspreis) 
Studio 11 und Seminarraum 2: 4 € (Einheitspreis)

Reservierung: tickets@hzt-berlin.de 
Bitte geben Sie den Block an. Der Eintritt zu Veranstaltungen im Hof, im Seminarraum 2 und im Studio 11 ist mit dem Ticket für einen der beiden Blöcke möglich. Wenn Sie beide Blöcke besuchen möchten, brauchen Sie zwei Tickets.

Weitere Aufführungen am 3. Mai 2014, 17-21 Uhr an der Bauhausbühne Dessau. www.bauhaus-dessau.de/bau...

Ein Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau in Kooperation mit dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin und der Technischen Universität Berlin. Gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.


Uferstudios, Uferstraße 23, 13357 Berlin
U8: Pankstraße, U9: Nauener Platz, S-Bahn Gesundbrunnen

 

 

KATRIN FÜRST, ROSALIND GOLDBERG, ANNE-MAREIKE HESS: ÜBER BEZIEHUNGEN

Katrin Fürst, Rosalind Goldberg, Anne-Mareike Hess: Über Beziehungen © Anne-Mareike Hess
>Katrin Fürst, Rosalind Goldberg, Anne-Mareike Hess: Über Beziehungen © Anne-Mareike Hess

17-21 Uhr I Hof Uferstudios

Konzept, Beteiligte: Katrin Fürst, Rosalind Goldberg, Anne-Mareike Hess

Katrin Fürst, Rosalind Goldberg und Anne-Mareike Hess greifen 90 Jahre nach den Bauhaustänzen Oskar Schlemmers experimentelle Mensch-Objekt Beziehung im Kontext des zeitgenössischen Theaters erneut auf. In einer 9-monatigen Versuchsanordnung teilen Fürst, Goldberg und Hess ihren Alltag mit an die Farb- und Formenlehre des Bauhaus' angelehnten und auf den ersten Blick nutzlosen Objekten: einer blauen Kugel, einem gelben Tetraeder und einem roten Kubus. Sie eignen sich ihre Objekte an und suchen nach einer emotionalen Beziehung zu ihnen.

Ist eine emotionale Abhängigkeit zu einem nutzlosen Objekt nötig und möglich? Kann das Objekt den Menschen steuern? Was gibt Objekten menschliche Züge? Kubus, Kugel, Tetraeder, Goldberg, Fürst und Hess stellen sich der Frage wie ein Beziehungsverhältnis zwischen Objekt und Mensch heute aussehen kann.

 

CÉCILE BALLY: KUGEL THEATER

Cécile Bally: Kugel Theater
>Cécile Bally: Kugel Theater

18-20 Uhr I Hof Uferstudios
Konzept und Choreographie: Cécile Bally
Co-Choreographie / Performerinnen: Tabea Magyar, Emma Tricard
Musikalisches Konzept: Klaus Janek

 

Eine menschliche Installation für zwei maskierte Körper auf einer sich drehenden Plattform, die vom Publikum bewegt wird. Zwei menschliche Körper, die ihr Gleichgewicht in einer statischen Position auf einem sich drehenden Kreis halten müssen. Zwei Körper, die echte Objekte werden – aber lebende Objekte – bewegt durch eine externe Kraft.

Dieses Projekt bildet eine Schnittstelle verschiedener Interessen und einen Ort, der diese verbindet. Diese sind u.a. Schlemmers widersprüchliche Wünsche: sich einerseits vom „mechanischen Theater“ entfernen zu wollen, um zu einem Theater der Charaktere zurückzukehren, andererseits seine Betrachtung der menschlichen Persönlichkeit als ein Objekt, dass sich nach den Regeln des Gestalters bewegt. Des weiteren greift das Projekt den Platz der Frau in dieser Bewegung der Avantgarde auf, beschäftigt sich mit der Idee des 1927 von Andor Weininger entwickelten Kugeltheaters und kehrt zurück zum Dach des Bauhauses Dessau, das regelmäßig zu einem Proberaum und Ort der zwischenmenschlichen Begegnung wurde.

POLYXENI ANGELIDOU: PAPER-TRACED
Polyxeni Angelidou: Paper-traced © Cecilia Tselepidi
>Polyxeni Angelidou: Paper-traced © Cecilia Tselepidi
 
17-21 Uhr I Seminarraum 2
Choreographie und Performance: Polyxeni Angelidou
Raum und Licht: Shahrzad Rahmani, Cecilia Tselepidi

„Paper-traced“ ist eine fortlaufende Installations-Performance. Das Publikum ist eingeladen durch den Raum zu gehen und mit der Landschaft aus weichen, weißem Papier, das der Schwerkraft gehorcht, zu interagieren. Durch Bewegung verändert sich diese Landschaft ständig. An einem gewissen Punkt wird sie nach und nach zu einem Kostüm für eine Person, die den Raum versperrt. 

Basierend auf den Prinzipien der Bauhaus Aufführungen, versucht „Paper-traced“ den Raum, die Bewegung und den Körper durch den Gebrauch eines bestimmten Materials zu verbinden. Dabei werden neue audiovisuelle Atmosphären kreiert sowie nicht reale Formen von Raum und menschlicher Existenz.

 

KARINA SUÁREZ BOSCHE: BIS MAN DEN MENSCHEN TRIFFT
Karina Suárez Bosche: Bis man den Menschen trifft © Anne-Mareike Hess
>Karina Suárez Bosche: Bis man den Menschen trifft © Anne-Mareike Hess
 
17 & 19:30 Uhr I Studio 11
Choreographie: Karina Suárez Bosche
Tanz: Thea Færden Bringsbærd
Raum und Kostüm: Mireia Vila
Musik: Marti Guillem

Entsprechend der Utopie seiner Zeit wollte Oskar Schlemmer durch Mechanisierung, Kostüm und Limitierung den echten Menschen finden. 

Inspiriert von dieser Suche beschäftigt sich Mireia Vila, Karina Suárez Bosche, Thea Færden Bringsbærd und Marti Guillem in „Bis man den Menschen trifft“ mit der Frage, wie sich Identität bildet. Wenn man sich selbst durch äußeren Einfluss definiert, wo ist man wesentlich man selbst? Auf der Suche nach Identität ist ein Körper anfällig für die Temperatur, die Textur der Dinge und die Materialien. Der Körper wird transformiert, lässt sich transformieren durch die Materialität der Dinge, Objekte und Kostüme. Der Versuch sich zu binden und gleichzeitig zu lösen wird zur Analogie des sozialen Einflusses, dem ein Individuum unterliegt.

Die Summe aller Farben zusammen ist Weiß. Weiße Wände, die den Raum limitieren und verändern, ein Körper, der manchmal das Ganze ist, manchmal nur ein Teil, ein weißes Kostüm, das Teil des Raums, Teil des Körpers ist, und Live-Musik treffen aufeinander.


STEFFI SEMBDNER, KATJA PUDOR, JENS NORDMANN: DIVISION
Steffi Sembdner, Katja Pudor, Jens Nordmann: Division © Anne-Mareike Hess
>Steffi Sembdner, Katja Pudor, Jens Nordmann: Division © Anne-Mareike Hess

17 & 19:30 Uhr I Studio 11
Performance: Steffi Sembdner, Katja Pudor, Jens Nordmann
Sound: Jens Nordmann

„DIVISION_performative Raumzeichnung“ ist ein kollaboratives Projekt zwischen den bildenden KünstlerInnen Jens Nordmann und Katja Pudor und der Tänzerin und Choreographin Steffi Sembdner. Gegenstand unserer Recherche ist eine prozessorientierte, performative Arbeit zwischen Sound, Bewegung und Material.

Unsere Begegnung betrachten wir als ein Experiment, in dem wir die eigenen Grenzen ausloten und überschreiten wollen. Statt nach einer Schnittmenge hermetisch umrissener, personengebundener Qualifikationen, suchen wir nach einem fließenden Übergang, einem Geben und Nehmen. Ähnlich wie Oskar Schlemmer seine Bauhaustänze als Versuchsanordnungen für eine Grundlagenforschung zu einem „neuen Theater“ betrachtete, sehen wir unsere Zusammenarbeit als eine Forschung zu einem neuen Verständnis von Kunst und Leben. Wie beeinflusst unsere Arbeit unser Leben und umgekehrt? Und kann Kunst zu einem Ort des Nachdenkens über nicht-hierarchische, demokratische Prozesse werden? DIVISION ist ein Experiment und ein lebendiger Organismus, der sich ständig verändert und entwickelt.

 

CHENG-TING CHEN, JUAN GARBIEL HARCHA, CRISTINA LELLI: AUFGABEN FÜR DREI TÄNZER MIT KUBUS
Cheng-Ting Chen, Juan Gabriel Harcha, Cristina Lelli: Aufgaben für drei Tänzer mit Kubus © Anne-Mareike Hess
>Cheng-Ting Chen, Juan Gabriel Harcha, Cristina Lelli: Aufgaben für drei Tänzer mit Kubus  © Anne-Mareike Hess

17 & 19:30 Uhr I Studio 11
Tanz, Konzept, Choreographie: Cheng-Ting Chen, Juan Gabriel Harcha, Cristina Lelli
Bühne und Kostüme: Cheng-Ting Chen, Cristina Lelli

„Strenge Regularität kann höchste Kunstform sein“, schrieb Oscar Schlemmer im
Abendprogramm der Berliner Volksbühnen-Matinee 1929. Seine theatralische Arbeit bestand im
großen Teil aus „Bühnenbestrebungen ausgehend vom Raum, von der Form, von der Farbe
und vom Material“. In seiner Theaterkonzeption ist der Mensch „kein Träger individuellen
Ausdrucks, sondern Prototyp eines bestimmten Verhaltens“ diesen formalen Bühnenelementen
gegenüber. Es geht also hauptsächlich um „einfache Bühnengeschehnisse“, die durch strenge
Regularität und entfernt von subjektiven Ausdrucksversuchen das theatralische Geschehen
bilden.

Ausgehend von diesen drei Punkten (strenge Regularität, formale Bühnenelemente – Raum,
Form, Farbe – als Handlungsauslöser und Verdrängung des subjektiven Charakters des
Performers) wollen wir versuchen, eine Reihenfolge mechanischer Aktionen anhand einer
vorausbestimmten Bewegungsstruktur in den Raum zu bringen. Mithilfe von einem Metronom
werden reguläre Körperbewegungen synchron durchgeführt, so dass unsere Körper
geometrisch im Bezug zu dem Kubus und dem Raum immer (neu) positioniert werden. In
diesem Sinne verstehen wir unsere Rolle als Performer nur als Diener des theatralischen
Ereignisses.

 

RAPHAEL HILLEBRAND: STÄBE TANZEN
Raphael Hillebrand: Stäbe tanzen © Anne-Mareike Hess
>Raphael Hillebrand: Stäbe tanzen © Anne-Mareike Hess
 
17 Uhr I Studio 14
Choreographie: Raphael Hillebrand
Bühnenbild: Janja Valjarevic
Projektion: Christian Loclair
Tanz: Raphael Hillebrand, Christian Loclair

Der „Stäbetanz" von Schlemmer ist Ausgangspunkt für diese Neuinterpretation des Themas tanzender Geraden. Mit Mitteln der Medientechnik und des urbanen Tanzes führen wir Schlemmers Begeisterung für Geometrien und Körper fort. Anstatt eines Stäbe-Kostüms starten wir mit einem Tanzstil, der Geraden im menschlichen Körper entstehen lässt. Popping ist der Tanzstil der Illusionen. Rechte Winkel treffen auf Wellen, Geraden und Strahlen. Dieses Aufeinanderprallen von Formen setzt sich in der Videoprojektion fort. Wer gibt hier den Rhythmus und die Richtung vor? Folgt der Mensch der Maschine, wie es im Alltag oft scheint oder ist die Maschine nur Hilfsmittel des Menschen? Wie sieht die Zukunft des Mensch-Maschine-Verhältnisses aus? Wird alles immer schneller, weil ein maschineller Rhythmus uns alle antreibt?

Die generative Kunst weist einen anderen Weg. Durch die komplexen Vorgänge in der Elektronik wird der Prozess für den Künstler ein Spekulieren auf Ergebnisse. Er tätigt eine Eingabe und der Computer zeigt ein Ergebnis – eine Art Dialog entsteht. Zusammenfassend geht es um die Ausweitung des kooperativen Gedankens zwischen Menschen auf die Interaktionen von Menschen und Maschinen.

 

JUAN PABLO LASTRAS-SANCHEZ: KOBOLDING THE BAUHAUS
Juan Pablo Lastras-Sanchez: Kobolding the Bauhaus © Anne-Mareike Hess
>Juan Pablo Lastras-Sanchez: Kobolding the Bauhaus © Anne-Mareike Hess
 
17 Uhr I Studio 14
Choreographie: Juan Pablo Lastras-Sanchez
Tanz: Charline Debons, Joshua Swain
Komposition und Musik: Klaus Janek
Projektionen: Ulrike Wentzkat

Aus zwei geometrischen Objekten schlüpfen zwei koboldhafte Wesen, die voller ausgelassenem Spieltrieb die Bühne erobern. Sie beleben mit ihren Bewegungen den Raum und füllen ihn im wahrsten Sinne des Wortes mit Farbe. Doch ebenso überraschend wie die beiden Wesen erschienen sind, entschwinden sie wieder und zurück bleibt nur der leere Raum, der von einem immer größer werdenden projizierten gelben Punkt verschlungen wird.

Juan Pablo Lastras-Sanchez greift für seine Choreografie besonders zwei Gedanken von Oskar Schlemmer auf: Das Spiel mit Grundfarben und der Umgang mit geometrischen Figuren. Das fantasievoll spielerische Experimentieren steht dabei im Vordergrund. Die Beziehung zwischen Raum und Mensch wie auch von Form und Farbe veranlasst Juan Pablo Lastras-Sanchez starke Bilder mit einen stark reduzierten Bewegungsrepertoire zu erarbeiten.

 

JULIAN WEBER: DAS FELD
Julian Weber: Das Feld © Anne-Mareike Hess
>Julian Weber: Das Feld © Anne-Mareike Hess
 
19:30 Uhr I Studio 14
Choreographie: Julian Weber
Tanz: Inna Krasnoper, Claudia Tomasi, Daniela Kaufman, Sandhya Daemgen, Sebastian Pöge, Zack Bernstein, Przemek Kaminski, Julian Weber
Bühnenbild/Kostüm: Nino Tugushi, Julian Weber
Sound: Klaus Janek

Die Form ist Ausgangspunkt, wird aber als menschliches Gegenüber verstanden und zur Reibungsfläche für die TänzerInnen. Die reduzierten, flachen und somit zweidimensionalen Objekte haben einen zeichenhaften Charakter. Sie werden von den TänzerInnen aktiviert, in den Raum getragen und komponiert. Es wird regelrecht in den Raum gezeichnet.

In diesen Kompositionen aus Material und Körpern schaffen die TänzerInnen aus dem zweidimensionalen Ausgangsmaterial temporäre Situationen mit Volumen. Diese Auseinandersetzung mit Objekten in Relation zu Raum und Körper wird mit ekstatischen und konstanten, mit obsessiven und regulierten, mit spielerisch und manischen Körpern konfrontiert. Es entsteht ein dichtes Gefüge aus Interaktionsräumen von Mensch und Material, welches kontinuierlich die gegensätzlichen Aspekte – Abstraktion und Narration, Mensch als Objekt, Objekt als Körper, Setzung und Lebendigkeit – vermisst und verortet.


MATTEO MARZIANO GRAZIANO: DAS TRIADISCHE SCHLOSS
Matteo Marziano Graziano: Das Triadische Schloss © Evgeny Revvo
>Matteo Marziano Graziano: Das Triadische Schloss © Evgeny Revvo

19:30 Uhr I Studio 14
Ein Kurzfilm frei inspiriert von Oskar Schlemmers „Triadischem Ballett"
Regie und Choreographie: Matteo Marziano Graziano
Kamera: Evgeny Revvo
Schnitt und musikalische Komposition: Lilith Vinçon
Kostüm und Bühnebild: Francisca Villela, Matteo Marziano Graziano

Der Kurzfilm ist frei inspiriert von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett und der von ihm thematisierten Stellung der menschlichen Figur im Raum. Der Fokus der Recherche liegt hierbei auf Raum, Formen und Gesten und dem Bezug dieser Themen auf das Universum ‚Körper’ aus einer visuellen Perspektive: Choreographische Strukturen, Untersuchung des formellen akademischen Tanzes (Ballett) in einem leeren Raum und Beobachtung der geometrischen Strukturen des Körper spielen in diesem Projekt die Hauptrolle. 

In vollem formellen und interdisziplinären Bauhaus-Stil gehalten, ist der Film in drei Abschnitte geteilt und spielt mit den Grenzen zwischen Videokunst, Videotanz und Videoportrait. Der Film hinterfragt dabei auch den Sinn einer Rekonstruktion von Bauhaus-Tanz in der Gegenwart. Das Drehmaterial ist als Dokumentation von inszenierten ‚durational Perfomances’ gedacht und distanziert sich von durch Regie vorab festgelegten Filmaktionen, um eine Transmutation/Umwandlung von reeller Aktion zu/in bewegendem Bild zu recherchieren.

Mit Dank an: Anhaltisches Theater Dessau, Bauhaus Archiv Berlin



Bauhaus tanzen. Ein Tanzfonds Erbe Projekt

Interview: Isabel Niederhagen | Kamera und Schnitt: Andrea Keiz | Eine Produktion der Diehl+Ritter gUG im Rahmen von Tanzfonds – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.

 

CHENG-TING CHEN, JUAN GARBIEL HARCHA, CRISTINA LELLI: AUFGABEN FÜR DREI TÄNZER MIT KUBUSSeit 2011 beschäftigen sich Studierende des HZT Berlin und Szenografen der TU Berlin sowie Tänzer vom Anhaltischen Theater Dessau unter der künstlerischen Leitung von Ingo Reulecke mit den „Bauhaustänzen“ und kreieren – inspiriert von historischen Bildern, Filmen, und Texten – eigene Interpretationen. „Bauhaustänze“ nannte Oskar Schlemmer die Bewegungs- und Bühnenstudien, die er in den Zwanzigerjahren als Leiter der Bühnenwerkstatt des Bauhauses Dessau gemeinsam mit Studierenden und gastierenden Tänzern erarbeitete. Diese minimalistisch-clipartigen Versuchsanordnungen manifestieren einen heute weitgehend vergessenen Ansatz einer raumorientierten Bewegungskunst, jenseits von Ballett und Ausdruckstanz. In dem Tanzfonds Erbe-Projekt werden die „Bauhaustänze“ nun choreographisch und szenografisch neu interpretiert.


Termine:
8. Februar 2014, 15 bis 20 Uhr: Work-in-Progress-Präsentation mit Tanzperformances, Gesprächen, Installationen und Filmen im Rahmen der Ausstellung »Mensch – Raum – Maschinen«.

18. April 2014, 17.00-21.00 Premiere Uferstudios Berlin
03. Mai 2014, 17.00-21.00 Premiere Bauhausbühne, Dessau

Ein Projekt der Stiftung Bauhaus Dessau in Kooperation mit dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin und der Technischen Universität Berlin. Gefördert von TANZFONDS ERBE – Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes.

 

 

Was ist TANZFONDS ERBE?

TANZFONDS ERBE, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, fördert künstlerische Projekte zum Kulturerbe Tanz in Deutschland. Der zeitgenössische Tanz in Deutschland ist eine Kunstsparte, deren Geschichte von begrenzter öffentlicher Sichtbarkeit ist ― ungeachtet der Tatsache, dass der Weltruf von Künstlerpersönlichkeiten wie Mary Wigman, Dore Hoyer, Tatjana Gsovsky, Rudolf von Laban, William Forsythe oder Pina Bausch, um nur einige zu nennen, seinen Ausgang in Deutschland nahm.

 

TANZFONDS ERBE will den Grundstein legen für eine exemplarische Aufarbeitung der Geschichte des zeitgenössischen Tanzes in Deutschland. Alle von TANZFONDS ERBE geförderten Projekte werden umfangreich dokumentiert und sind auf der Tanzfonds Seite zugänglich. Projektübersicht und Dokumentation: www.tanzfonds.de