DFG Projekt "Verzeichnungen. Medien und konstitutive Ordnungen von Archivprozessen der Aufführungskünste" 1 August 2012 bis 30. Oktober 2014, verlängert bis 30. Juni 2016

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Fachrichtung Dramaturgie und Universität der Künste Berlin, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin 


Das Forschungsprojekt „Verzeichnungen“ untersucht Aspekte der medialen und ontologischen Konstitution archivischer Objekte von Performance. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Interesses sowohl an der kulturellen Funktion des Archivs wie auch an der Historiographie von Performance Art und anderen Aufführungskünsten stehen die Beziehungen zwischen Ausstellungspraxis, performativen Formaten und der Hervorbringung spezifischer Artefakte im Mittelpunkt der Forschungen.

Dabei werden einerseits Archivierungsstrategien in unterschiedlich institutionalisierten Kontexten – an Museen, in Spielstätten, von Künstlern und von Galerien – untersucht.

Zum anderen werden einschlägige Ausstellungsprojekte analysiert. Dabei geht es um pragmatische Aspekte, aber auch um Nutzungsperspektiven und mediale Transformationen bei der Entstehung und Bewertung von Artefakten. Sie changieren zwischen Materialität und Evidenzfunktion, wobei die verwendeten Medien einerseits, das Gefüge aus Archivhandwerk, Neuinterpretation und digitalen Aufbereitungen künstlerischer Zeugnisse andererseits zu berücksichtigen sind.

 

Im Ergebnis soll ein aktuelles Verständnis von Bewegung und Beweglichkeit als Medium der Bewahrung und zugleich zu bewahrendes Medium ausgearbeitet werden, welches das komplexe Gefüge aus Objektstatus und Referenzqualität der Artefakte, Repräsentation vergangener Ereignisse und Präsenz des fluiden Zugangs reflektiert. (Stand: Februar 2015)

 

 

Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Büscher, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, barbara.buescher@hmt-leipzig.de, Leipzig und Dr. Franz Anton Cramer, Universität der Künste Berlin, fa.cramer@hzt-berlin.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HMT: Lucie Ortmann 

Mercator Fellows: Dr. Eric Morrill (San Francisco), Prof. Dr. Barbara Clausen (Montréal)

Gastdoktorandin / DAAD: Nerea Ayerbe (Bilbao).

 

 

 

VERZEICHNUNGEN

 

„Verzeichnungen. Medien und konstitutive Ordnungen von Archivprozessen der Aufführungskünste“ ist ein Forschungsvorhaben, das von HZT und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (Leipzig) durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

 

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht der Zusammenhang von kulturellen Praktiken der Performance und ihrer Historiographie. In den letzten Jahren ist ein verstärktes Interesse an der Frage zu beobachten, wie zeit- und ortsgebundene Kunstformen sich zu ihrer Archivierung verhalten und welche Möglichkeiten es gibt, den Gegensatz zu überwinden zwischen Einmaligkeit von Performance versus Gedächtnisbildung bzw. Musealisierung. Ausstellungen, Reenactments, Retrospektiven einerseits, historisch informierte künstlerische Projekte andererseits wenden verschiedenste Strategien an, um den Gehalt von gewesener Performance in zeitgenössische Kontexte und Lesarten zu übersetzen.

 

Das Projekt „Verzeichnungen“ hat zum Ziel, diese Unternehmungen zu analysieren und auf ihre Wirksamkeit wie auch auf ihre jeweiligen Konzeptionen und Methodiken hin zu befragen. Dazu zählen der Status von archivischen Objekten ebenso wie der Anspruch auf dokumentarische Vollständigkeit, Originaltreue oder kuratorische Neudeutung historischer Positionen.

 

In Fallstudien werden aktuelle Projekte exemplarisch begleitet und untersucht. Zudem wird eine systematische Bestandsaufnahme versucht, die sowohl künstlerische wie wissenschaftliche Annäherungen an diesen Fragenkomplex seit ca. 1990 berücksichtigt.

 

Die Ergebnisse sollen in Workshops, Internetpublikationen sowie einer Datenbank veröffentlicht und zur Diskussion gestellt werden.

 

Laufzeit: 1. August 2012 bis 30. Oktober 2014

 

Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Büscher, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Fachrichtung Dramaturgie und Dr. Franz Anton Cramer, Universität der Künste Berlin / Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Doktorandin: Dipl.-Soz. Jasmin İhraç, BA Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreografie

 

Kontakt: barbara.buescher@hmt-leipzig.de, fa.cramer@hzt-berlin.de, jasmin.ihrac@hmt-leipzig.de 

 

Weitere Informationen hier

 

www.perfomap.de